Freimaurerei in Bautzen

 

Freimaurerloge "Zur goldenen Mauer" i. Or. Bautzen / Loge zur goldenen Mauer zu Buddisin

 

Im Jahre 1802 wurde in Bautzen die Freimaurerloge „Zur goldenen Mauer“ gegründet. Dabei übernahm man Regeln und freimaurerisches Brauchtum (die Lehrart) der Großloge „Zu den drei Weltkugeln“. Nachdem eine eigene sächsische Landesloge gegründet worden war, trat man dieser 1812 aus Loyalitätsgründen  bei. Jedoch wurde das Reglement der „Drei Weltkugeln“ beibehalten und weiter praktiziert. Dies führte nach dem Ende der freimaurerischen Lichtlosigkeit ab 1989 zu dem Irrtum; dass die " Goldene Mauer " eine 3-WK-Loge gewesen wäre. Demzufolge wurde dann auch zur Anspruchswahrung ein 3-WK-Logenverein gegründet. Vor der erneuten Lichteinbringung in die wieder zu gründende Loge " Zur goldenen Mauer " (2012) mussten diese Fragen erst geklärt werden; was Dank der konstruktiven Haltung der Großloge " Zu den drei Weltkugeln " auch gelang. Somit konnten Namen und Matrikel (200) der Bautzener Bauhütte übernommen und weitergeführt werden. Der Name der Loge verweist auf das Wappen der Stadt Bautzen und der Oberlausitz - eine goldene zinnengekrönte Mauer vor blauem Himmel. Bautzen hatte und hat als Hauptstadt der zunächst böhmischen; ab 1635 dann sächsischen Oberlausitz eine zentrale Bedeutung für das auch heute noch zweisprachige frühere Markgrafentum Oberlausitz. Zusammen mit Görlitz führte Bautzen den Oberlausitzer Sechsstädtebund an; der im ausgehenden Mittelalter das schädliche Raubrittertum in der Oberlausitz gänzlich ausrottete und selbst dem Kaiser nicht widerspruchslos zu Willen war. Da liegt es natürlich nahe; dass die geschichtsbewussten Bautzener Brr. sich mit ihrem Logennamen auf die stolze Tradition der Vorfahren berufen. Das (zumeist) friedliche Zusammenleben der Deutschen und Sorben (auch Wenden genannt) in der Oberlausitz zeigt die von uns Freimaurern hochgeschätzte Tugend; die Toleranz. Die Bautzener Freimaurer fühlen sich der weltumspannenden Bruderkette genauso verbunden wie ihrer heimatlichen binationalen und grenzüberschreitenden Tradition und wollen aus der Synthese dieser Faktoren im Südosten Sachsens den Tempel der Humanität vervollkommnen.
Th.K. & R.H. im Februar 2015